{"id":"https://mettmann.gremien.info/oparl/paper/202600209100428","type":"https://schema.oparl.org/1.0/Paper","name":"Antrag des Seniorenrates der Kreisstadt Mettmann\r\nBau von barrierefreien Wegeachsen auf der Oberstra\u00dfe und Mittelstra\u00dfe","reference":"324/2026","date":"2026-09-02","paperType":"Beschlussvorlage","mainFile":{"id":"https://mettmann.gremien.info/oparl/file/202600209100428","type":"https://schema.oparl.org/1.0/File","name":"324/2026","fileName":"202600209100428","mimeType":"application/pdf","size":74771,"created":"2026-09-21T00:00:00+02:00","modified":"2026-09-21T00:00:00+02:00","deleted":false,"text":" KREISSTADT METTMANN   Der B\u00fcrgermeister Drucksachennummer  Beschlussvorlage 324/2026     Dezernat 3  Planung, Bau, Betrieb \u00f6ffentlich x        Alpkaya, Marcel nicht \u00f6ffentlich               Gremium: TOP-NR: Datum:  Ausschuss f\u00fcr Planen, Umwelt und Bauen 7.d 16.09.2026      Antrag des Seniorenrates der Kreisstadt Mettmann Bau von barrierefreien Wegeachsen auf der Oberstra\u00dfe und Mittelstra\u00dfe       Finanzielle Auswirkungen      Kosten (einschlie\u00dfl. MWSt.)      Produkt      Haushaltsjahr      Folgekosten      Mittel stehen im Haushalt zur Verf\u00fcgung  ja  nein     Deckungsvorschlag       F\u00f6rdermittel: Keine   Anmerkung der Stadtk\u00e4mmerin:   Personelle Auswirkungen: Keine   Pflichtaufgabe ohne Gestaltungsspielraum (= A-Leistung)  Pflichtaufgabe mit Gestaltungsspielraum    (= B-Leistung)  Freiwillige Aufgabe                                          (= C-Leistung)Klima / Umweltrelevanz        BESCHLUSSVORSCHLAG  Der Ausschuss begr\u00fc\u00dft das mit dem Antrag des Seniorenrates verfolgte Ziel, die Nutzbarkeit der historischen Innenstadt f\u00fcr \u00e4ltere und mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkte Menschen weiter zu verbessern.  Aufgrund des erheblichen baulichen und finanziellen Aufwandes sowie der besonderen denkmalpflegerischen und topografischen Anforderungen wird von einer isolierten Umsetzung der vorgeschlagenen Wegeachsen zum jetzigen Zeitpunkt abgesehen.  Die Verwaltung wird beauftragt, bei zuk\u00fcnftigen grundhaften Erneuerungen, Umgestaltungen oder sonstigen gr\u00f6\u00dferen Bauma\u00dfnahmen im Bereich der historischen Innenstadt die Herstellung bzw. Verbesserung zusammenh\u00e4ngender barrierearmer Wegebeziehungen als Planungsziel zu ber\u00fccksichtigen und geeignete, denkmalvertr\u00e4gliche L\u00f6sungen zu pr\u00fcfen. Die Belange \u00e4lterer und mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkter Menschen sollen hierbei fr\u00fchzeitig in die jeweilige Planung einbezogen werden.    Abstimmungsergebnis:      Ja Nein Enthaltungen  CDU     FDP     M.U.T     Die Gr\u00fcnen     SPD     AfD     Zur Sache!ME     Trox (fraktionslos)     Frau Dr. Lenz (fraktionslos)     Schuh (fraktionslos)     B\u00fcrgermeister      \f  Verwaltungserl\u00e4uterung:  Der Seniorenrat der Kreisstadt Mettmann regt an, die Begeh- und Befahrbarkeit der Oberstra\u00dfe und Mittelstra\u00dfe f\u00fcr \u00e4ltere und mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkte Menschen durch die Herstellung barrierefreier Wegeachsen zu verbessern.  Die Verwaltung begr\u00fc\u00dft das mit dem Antrag verfolgte Ziel grunds\u00e4tzlich. Die Verbesserung der Zug\u00e4nglichkeit und Nutzbarkeit des \u00f6ffentlichen Raums f\u00fcr Menschen mit Mobilit\u00e4tseinschr\u00e4nkungen ist ein wichtiges Anliegen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die historische Innenstadt, deren vorhandenes gro\u00dfformatiges Natursteinpflaster aufgrund seiner unregelm\u00e4\u00dfigen Oberfl\u00e4che und der teilweise ausgepr\u00e4gten Fugen f\u00fcr Menschen mit Rollatoren oder Rollst\u00fchlen sowie f\u00fcr gehbehinderte Menschen nur eingeschr\u00e4nkt komfortabel nutzbar ist.  Gleichzeitig ist eine nachtr\u00e4gliche Herstellung barrierearmer Wegefl\u00e4chen in der Oberstra\u00dfe und Mittelstra\u00dfe mit erheblichen baulichen, gestalterischen und finanziellen Herausforderungen verbunden.  Baulicher Aufwand und Kosten In einer ersten technischen Betrachtung wurde davon ausgegangen, innerhalb des vorhandenen Pflasters eine durchg\u00e4ngige Wegeachse mit einer Breite von etwa 2,50 m herzustellen. Hierzu m\u00fcsste das vorhandene Natursteinpflaster auf einer Gesamtl\u00e4nge von etwa 165 bis 170 m aufgenommen und durch einen besser begeh- und berollbaren Belag ersetzt werden.  Bereits f\u00fcr eine vergleichsweise einfache Ausf\u00fchrung mit kleinformatigem Betonsteinpflaster wurden \u00fcberschl\u00e4gige Kosten von rund 100.000 Euro ermittelt.  Aus denkmalpflegerischer und stadtgestalterischer Sicht ist eine solche Ausf\u00fchrung jedoch kritisch zu bewerten. Das vorhandene Natursteinpflaster ist ein pr\u00e4gendes Element des historischen Stra\u00dfenraums von Ober- und Mittelstra\u00dfe. Ein durchgehender, etwa 2,50 m breiter Streifen aus Betonsteinpflaster w\u00fcrde einen deutlich wahrnehmbaren Eingriff in das Erscheinungsbild des Denkmalbereichs darstellen.  Grunds\u00e4tzlich sind denkmalvertr\u00e4glichere L\u00f6sungen denkbar. Hierzu k\u00f6nnte beispielsweise ein schmalerer Komfortstreifen aus Naturstein geh\u00f6ren, bei dem vorhandenes Pflaster aufgenommen, geeignet bearbeitet und mit m\u00f6glichst ebenen Oberfl\u00e4chen und geringen Fugenbreiten neu verlegt wird. Alternativ k\u00f6nnte ein hinsichtlich Material, Farbe und Format an den Bestand angepasstes Natursteinmaterial Verwendung finden. Vergleichbare L\u00f6sungen werden auch in anderen historischen Innenst\u00e4dten eingesetzt. Sie zeigen, dass Verbesserungen der Begeh- und Berollbarkeit grunds\u00e4tzlich mit den Anforderungen an den Erhalt eines historischen Stadtbildes verbunden werden k\u00f6nnen.  Eine solche h\u00f6herwertige und denkmalvertr\u00e4gliche Ausf\u00fchrung w\u00e4re allerdings mit weiterem Planungsaufwand verbunden und d\u00fcrfte gegen\u00fcber der bislang betrachteten einfachen Betonsteinvariante zus\u00e4tzliche Kosten verursachen. Eine belastbare Kostensch\u00e4tzung f\u00fcr eine solche Ausf\u00fchrung liegt derzeit nicht vor.  Topografische und technische Rahmenbedingungen Neben den denkmalpflegerischen Anforderungen sind die besonderen topografischen Verh\u00e4ltnisse der Mettmanner Innenstadt zu ber\u00fccksichtigen.  Die historische Innenstadt ist  typisch f\u00fcr die Lage Mettmanns im Bergischen Land  durch teilweise deutlich geneigte Stra\u00dfen- und Wegefl\u00e4chen gepr\u00e4gt. Die Anforderungen an eine m\u00f6glichst ebene und ersch\u00fctterungsarme Berollbarkeit m\u00fcssen deshalb mit den Anforderungen an Trittsicherheit und Rutschhemmung in Einklang gebracht werden.  Dies ist insbesondere bei N\u00e4sse, Laub, Schnee und Frost von Bedeutung. Eine m\u00f6glichst glatte Bearbeitung der Natursteinoberfl\u00e4che stellt daher nicht zwangsl\u00e4ufig eine geeignete L\u00f6sung dar. Vielmehr m\u00fcsste eine Oberfl\u00e4chenbeschaffenheit gew\u00e4hlt werden, die sowohl eine m\u00f6glichst gute Berollbarkeit als auch eine dauerhaft ausreichende Griffigkeit gew\u00e4hrleistet.  Auch die vorhandenen L\u00e4ngs- und Querneigungen, die Entw\u00e4sserung der Fl\u00e4chen sowie die Anforderungen des Winterdienstes w\u00e4ren bei einer weitergehenden Planung zu ber\u00fccksichtigen.  Die topografischen Verh\u00e4ltnisse k\u00f6nnen zudem durch eine Ver\u00e4nderung des Oberfl\u00e4chenbelages selbst nicht beseitigt werden. Auch nach Herstellung eines besser berollbaren Pflasterstreifens verbleiben die vorhandenen Steigungen. Die mit erheblichem finanziellem Aufwand erreichbare Verbesserung beschr\u00e4nkt sich daher im Wesentlichen auf die Beschaffenheit der Wegeoberfl\u00e4che.  Denkmalpflegerische Bewertung Das Anliegen, die historische Innenstadt auch f\u00fcr \u00e4ltere und mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkte Menschen m\u00f6glichst gut nutzbar zu gestalten, steht grunds\u00e4tzlich nicht im Widerspruch zu den Belangen des Denkmalschutzes. Vielmehr ist im Einzelfall eine L\u00f6sung zu entwickeln, die beiden Anforderungen m\u00f6glichst weitgehend Rechnung tr\u00e4gt. Aus Sicht der Unteren Denkmalbeh\u00f6rde sollte deshalb auf einen gro\u00dffl\u00e4chigen Austausch des charakteristischen Natursteinpflasters gegen gestalterisch deutlich abweichendes Betonsteinpflaster verzichtet werden.  Sofern zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt eine entsprechende Ma\u00dfnahme umgesetzt werden soll, sollte insbesondere gepr\u00fcft werden, ob mit einem gegen\u00fcber der zun\u00e4chst angenommenen Breite von 2,50 m deutlich schmaleren Komfortstreifen und einer denkmalgerechten Natursteinoberfl\u00e4che eine ausreichende Verbesserung erreicht werden kann.  Hierf\u00fcr k\u00f6nnte sich zun\u00e4chst die Herstellung einer Musterfl\u00e4che anbieten. Anhand einer solchen Fl\u00e4che k\u00f6nnten unterschiedliche Materialien, Oberfl\u00e4chenbearbeitungen, Fugenbreiten und Verlegearten hinsichtlich ihrer Begeh- und Berollbarkeit, ihrer Rutschhemmung sowie ihrer gestalterischen Wirkung beurteilt werden. Eine solche Musterfl\u00e4che sollte nach M\u00f6glichkeit in einem Bereich mit einer f\u00fcr Ober- und Mittelstra\u00dfe typischen L\u00e4ngsneigung angelegt werden.  Abw\u00e4gung und weiteres Vorgehen Das Anliegen des Seniorenrates ist aus Sicht der Verwaltung nachvollziehbar und grunds\u00e4tzlich unterst\u00fctzenswert. Bei der Entscheidung \u00fcber eine Umsetzung ist jedoch auch das Verh\u00e4ltnis zwischen dem erforderlichen finanziellen Aufwand und der tats\u00e4chlich erreichbaren Verbesserung zu ber\u00fccksichtigen.  Bereits f\u00fcr die zun\u00e4chst betrachtete einfache Ausf\u00fchrungsvariante ist von Kosten in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von rund 100.000 Euro auszugehen. Eine dem historischen Stadtbild angemessenere Natursteinl\u00f6sung d\u00fcrfte voraussichtlich mit h\u00f6heren Kosten verbunden sein.  Dem erheblichen finanziellen Aufwand steht eine Verbesserung der Oberfl\u00e4chenbeschaffenheit auf einer Wegeachse von lediglich rund 165 bis 170 m gegen\u00fcber. Die vorhandenen topografischen Einschr\u00e4nkungen bleiben dabei unver\u00e4ndert bestehen.  Vor dem Hintergrund der derzeit angespannten Haushaltslage und der Vielzahl konkurrierender Investitions- und Unterhaltungsbedarfe im \u00f6ffentlichen Raum erscheint eine isolierte Umsetzung der Ma\u00dfnahme in Oberstra\u00dfe und Mittelstra\u00dfe daher derzeit nicht priorit\u00e4r.  Die Verwaltung h\u00e4lt es vielmehr f\u00fcr sachgerecht, die Verbesserung der Barrierefreiheit und Barrierearmut als grunds\u00e4tzliches Planungsziel bei zuk\u00fcnftigen grundhaften Erneuerungen und Umgestaltungen \u00f6ffentlicher Verkehrsfl\u00e4chen zu ber\u00fccksichtigen. Werden Stra\u00dfen- und Platzfl\u00e4chen ohnehin baulich ver\u00e4ndert, k\u00f6nnen geeignete Wegef\u00fchrungen von Beginn an in die Gesamtplanung integriert werden. Dies er\u00f6ffnet zugleich bessere M\u00f6glichkeiten, die Anforderungen der Barrierearmut, des Denkmalschutzes, der Entw\u00e4sserung und der Stadtgestaltung miteinander zu verbinden und entsprechende Verbesserungen wirtschaftlicher umzusetzen.  Gerade f\u00fcr die historische Innenstadt sollte dabei perspektivisch nicht ausschlie\u00dflich ein einzelner Stra\u00dfenabschnitt betrachtet werden. Ziel sollte vielmehr sein, im Zuge zuk\u00fcnftiger Bauma\u00dfnahmen schrittweise zusammenh\u00e4ngende, m\u00f6glichst barrierearme Wegebeziehungen zwischen wichtigen innerst\u00e4dtischen Zielen zu entwickeln.  Das Anliegen des Seniorenrates soll daher bei zuk\u00fcnftigen Planungen und Bauma\u00dfnahmen im Bereich der historischen Innenstadt entsprechend ber\u00fccksichtigt werden.  / A. Havlat  \r\n","accessUrl":"https://mettmann.gremien.info/api.php?document_type_id=4&submission_id=202600209100428&id=69&inline=true","downloadUrl":"https://mettmann.gremien.info/api.php?document_type_id=4&submission_id=202600209100428&id=69"},"consultation":[{"id":"https://mettmann.gremien.info/oparl/consultation/15358","type":"https://schema.oparl.org/1.0/Consultation","agendaItem":"https://mettmann.gremien.info/oparl/agendaItem/2026-PUB-4%7C202600209100428%7C1","meeting":"https://mettmann.gremien.info/oparl/meeting/2026-PUB-4","organization":["https://mettmann.gremien.info/oparl/organization/PUB"],"authoritative":false}],"created":"2026-09-21T00:00:00+02:00","modified":"2026-09-21T00:00:00+02:00","deleted":false,"underDirectionOf":["https://mettmann.gremien.info/oparl/organization/PUB"]}